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Mal eben gucken

Mal eben gucken / Kalkulierter Wahnsinn / Wer verbraucht die Ressourcen unserer Erde? / Die Asyl-Waage

Wer verbraucht die Ressourcen unserer Erde?

Die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung verbrauchen die Hälfte aller CO2-Emissionen.

Jedes Quadrat steht für zehn Prozent der Weltbevölkerung. Der große, rote Kasten steht für die reichsten zehn Prozent. Wer das ist, siehst du unten. Die Größe der Quadrate zeigt dabei den Ressourcenverbrauch (CO2) pro Kopf. Was das bedeutet, siehst du unten.

Nutze den Regler, um die Ressourcen der Erde gerechter aufzuteilen.
In der Infobox unter der Grafik siehst du, auf welches historische Jahr die oberen zehn Prozent ihren persönlichen Lebensstil (CO2-Ausstoß) zurückschrauben müssten, wenn wir so weitermachen wie bisher oder welche Alternativen es gibt.

Ist-Zustand (Heute)
Global Gerecht
Aktueller Zustand: Der CO2-Ausstoß der globalen Oberschicht (wozu Westeuropa gehört) liegt auf einem historisch beispiellosen Luxusniveau.
: Wer sind die „reichsten zehn Prozent“?

Man denkt dabei sofort an Superreiche, Yachten und Privatjets. Und tatsächlich trägt vor allem die oberste globale Spitze von 1 Prozent zu einer außerordentlichen Umweltbelastung bei.

Doch global gesehen beginnt diese oberste Konsumschicht der Top 10 % viel früher, als wir denken: Wer als Single in Deutschland mehr als 2.900 Euro netto im Monat verdient, gehört weltweit bereits dazu. Durch einen Lebensstandard, der auf systematischen Konsumsünden basiert – wie regelmäßigen Flügen, übergroßen Autos (SUVs), großen Wohnungen, billiger Fast Fashion, kurzlebiger Elektronik, hohem Fleischkonsum, Lebensmittelverschwendung sowie digitalem Dauerbetrieb – verursachen wir in Westeuropa dieses riesige, rote Quadrat, selbst wenn wir uns selbst im Alltag nur als „Mittelschicht“ empfinden.

Demgegenüber stehen die **restlichen 90 Prozent** der Weltbevölkerung, die sich die andere Hälfte der Emissionen teilen müssen. Doch schaut man innerhalb dieser großen Gruppe genauer hin, wird die Asymmetrie noch brutaler: Die **untere Hälfte der Menschheit (die ärmsten 50 %)** ist zusammengerechnet gerade mal für **kaum 10 Prozent** der weltweiten Emissionen verantwortlich. Das ist die eigentliche Tragik des Systems: Diejenigen, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen, bekommen seine verheerenden Auswirkungen im globalen Süden als Erste und am härtesten zu spüren.

So gesehen beschönigt die Grafik (10 % zu 90 %) die reale Situation noch.

: Was der CO2-Verbrauch wirklich bedeutet. Ein Gradmesser unseres Ressourcenhungers.

Der CO2-Ausstoß ist wie das Fieberthermometer unseres Planeten. Er zeigt zwar nur eine "Temperatur" an, aber er ist der perfekte Stellvertreter (Proxy-Indikator) für den gesamten materiellen Durchsatz unserer Gesellschaft.

1. Öl und Gas (Der direkte Treibstoff)

  • Nahezu 100 % deckungsgleich. Öl und Gas sind fossile Ressourcen. Wenn deren Verbrauch steigt, schießt die Verbrennung parallel nach oben.

2. Stahl und Zement/Beton (Die Infrastruktur-Sünden)

  • Extrem hoch. Die Stahl- und Zementherstellung gehört zu den CO2-intensivsten Prozessen der Menschheit.

  • Warum? Um Eisenerz zu Stahl zu schmelzen, braucht man gigantische Mengen Kohle. Um Zement für Beton zu brennen, wird Kalkstein chemisch aufgespalten, wodurch riesige Mengen CO2 freiwerden, während gleichzeitig die begrenzte Ressource Sand knapp wird.

3. Seltene Erden und Metalle (Die versteckte Digitalisierung)

  • Indirekt, aber massiv. Seltene Erden (für Smartphones, Akkus, Server) wiegen rein physisch oft nur wenige Gramm. Aber ihre Gewinnung ist eine ökologische Katastrophe, da tonnenweise Gestein mit schweren Maschinen bewegt und chemisch ausgewaschen werden muss.

  • Hinzu kommt ein riesiger digitaler Fußabdruck: Unser digitaler Lebensstil frisst bei der Herstellung der Hardware seltene Erden auf und sorgt im laufenden Betrieb der Serverfarmen (Streaming) für zusätzlichen, immensen Stromhunger.

: Die historischen Konsumsprünge von 1950 bis heute
1950er & 1960er Jahre: Das Wirtschaftswunder & die Basismobilisierung
Der Beginn des modernen Massenkonsums. Kühlschränke, Waschmaschinen und der VW Käfer ziehen flächendeckend ein. Fleisch wird vom raren Luxusgut zum wöchentlichen „Sonntagsbraten“. Der Ressourcenverbrauch steigt steil an.
1970er & 1980er Jahre: Die volltechnisierte Industrie & Wohnflächen-Boom
Die heimische Schwerindustrie läuft auf Hochtouren. Gleichzeitig wächst der private Fußabdruck: Wohnungen werden deutlich größer und flächendeckend zentral beheizt. Erste Urlaubsreisen mit dem eigenen Auto ins europäische Ausland werden zum Standard.
Um die Jahrtausendwende (1990er & 2000er): Der extreme globale Konsum-Boom
Durch die Globalisierung wird Konsum extrem beschleunigt und billig. Billigflüge machen Wochenendtrips über Kontinente zum Massenphänomen. Der Online-Handel und Fast Fashion etablieren Kleidung und Elektronik als Wegwerfware. Gleichzeitig beginnt der Trend zu schweren SUVs.
Heute: Die digitale Ressourcen-Vervielfachung
Zu materiellen Gütern kommt die unsichtbare digitale Belastung: Smartphones, Streaming und riesige Serverfarmen verbrauchen Unmengen an Energie. Der weltweite Bauboom verschlingt gigantische Mengen an Sand für Beton, während globale Lieferketten die reinen Umweltbelastungen komplett in den globalen Süden auslagern.