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Die Schuld der Ökonomen & Der Point of no Return
Blindflug mit Nobelpreis: Die mathematische Zerstörung unserer Zukunft
Wie tief der Irrglaube an das ewige Wachstum sitzt, zeigt die Mainstream-Umweltpolitik. Ein prominentes Beispiel ist William D. Nordhaus, der sogar den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften für seine Arbeiten zu den ökonomischen Aspekten des Klimawandels erhielt.
Nordhaus ist ein Verfechter von CO2-Abgaben, warnt jedoch eindringlich davor, die Reduktionsziele zu hoch anzusetzen – das könnte ja das Wirtschaftswachstum bremsen. Seine logische Annahme: Nur anhaltendes Wachstum sichert den Wohlstand, aus dem dann die Technologien entstehen, die den Klimawandel irgendwann reparieren.
Das Problem? Bei der von Nordhaus vorgeschlagenen Emissionsrate würde sich das Klima bis zum Jahr 2100 um sage und schreibe 3,5 Grad Celsius erwärmen. Zum Vergleich: Das Pariser Klimaabkommen von 2016 setzt die absolute Obergrenze bei deutlich unter 2 °C, vorzugsweise bei 1,5 °C an. Bereits bei 2 °C schlagen Klimawissenschaftler weltweit Alarm wegen unkontrollierbarer Kettenreaktionen.
Das Nordhaus-Modell nimmt katastrophale Schäden im globalen Süden billigend in Kauf. Die zynische Begründung der Ökonomen: Der Beitrag dieser Entwicklungsländer Afrikas und Asiens zum globalen Bruttoinlandsprodukt BIP sei ohnehin gering. Selbst die weltweite Landwirtschaft betrifft das Modell kaum, da sie ja „nur“ 4 % zum globalen BIP beiträgt. Dass Menschen ohne Nahrung und Lebensraum nicht existieren können, taucht in dieser mathematischen Wohlstandsrechnung nicht auf. Das ist die verheerende Denkweise, die unsere aktuelle Umweltpolitik dominiert, weil das Wirtschaftswachstum für die globalen Eliten oberste Priorität hat. Wir stehen bereits bei einer Erwärmung von über 1,1 °C und haben keine Zeit mehr zu verlieren.
Der Point of no Return hat begonnen
Extreme Wetterphänomene, die man früher als „Jahrhundertkatastrophen“ eingestuft hätte, gehören heute zum New Normal. Und das ist erst der Anfang:
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Sibirien (Juni 2020): Mit 38 °C wurde die höchste je gemessene Temperatur in der Region registriert. Das Auftauen der Permafrostböden setzt gigantische Mengen Methangas frei – ein fataler Dominoeffekt.
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Pakistan (2022): Ein Drittel des gesamten Staatsgebiets wurde von beispiellosen Fluten überschwemmt.
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Globale Dürren: In Afrika führen sie zu akuten Hungersnöten. Der Mangel an Trinkwasser wird in den nächsten 30 Jahren zu gigantischen Auswanderungswellen führen.
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Waldbrände & Artensterben: In Trockengebieten wie Kalifornien oder Australien brennen riesige Flächen. In den Ozeanen sterben die Korallen – ein Anstieg um 2 °C bedeutet ihr endgültiges Aussterben.
| Jahr | Ereignis | Region | Folgen / Schäden |
|---|---|---|---|
| 2013 | Taifun Haiyan | Philippinen | 6.340 Todesopfer |
| 2017 | Hurrikan Irma | Karibik | 37 Todesopfer |
| 2017 | Hurrikan Maria | Karibik | Mind. 3.000 Tote, über 96 Mrd. Dollar Schaden |
| 2018 | Hurrikan Michael | USA & Zentralamerika | Mind. 33 Tote, über 520.000 Haushalte ohne Strom |
| 2020 | Superzyklon Amphan | Indien & Bangladesch | Mind. 100 Todesopfer |
| 2021 | Extreme Hitzewelle | Nordamerika | Mind. 840 Tote, schwere Waldbrände |
| 2021 | Taifun Rai / Odette | Philippinen | Mind. 375 Tote, Windgeschwindigkeiten bis 195 km/h |
Wissenschaftler betonen: Um den Kollaps aufzuhalten, muss die Erwärmung bis 2100 unter 1,5 °C bleiben. Dafür müsste der CO2-Ausstoß bis 2030 halbiert und bis 2050 auf Netto-Null reduziert werden. Machen wir weiter wie bisher, brechen wir die 1,5-Grad-Schwelle schon im nächsten Jahrzehnt. Es gibt keine Entschuldigung mehr für unsere Gleichgültigkeit. Wir befinden uns im Anthropozän – dem Zeitalter, in dem die menschliche Wirtschaftsweise die Erde dominiert. Die „Große Beschleunigung“ nach dem Zweiten Weltkrieg treibt uns direkt in den Abgrund.