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Die Illusion des grünen Konsums

Das Opium des Volkes: Warum Bio-Labels und E-Autos uns nicht retten

Was tun wir gegen die globale Erwärmung? Einkaufstasche statt Plastiktüte? Das Elektroauto in der Einfahrt? Akribische Mülltrennung und Produkte mit schicken Bio-Siegeln?

So gut diese Absichten gemeint sind: Allein sind sie nutzlos. Schlimmer noch – sie können schädlich sein. Sie gaukeln uns vor, wir könnten die Klimakatastrophe verhindern, ohne unser System infrage zu stellen. Dieser Glaube wiegt uns in falscher Sicherheit und hindert uns daran, die wirklich mutigen, radikalen Schritte zu gehen. Es ist ein moderner Ablasshandel: Wir beruhigen unser Gewissen durch bewussten Konsum, während wir die Augen vor der wahren Tiefe der Krise verschließen.

Um keine Missverständnisse aufzukommen zu lassen: Konsumverzicht ist notwendig, aber er reicht bei Weitem nicht aus. Laut der Hilfsorganisation Oxfam verursachen die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung die Hälfte aller globalen CO2-Emissionen. Große Häuser, Flugreisen, Luxusautos, massiver Fleischkonsum – um diesen Lebensstil zu ermöglichen, verschwendet ein kleiner Teil der Menschheit Unmengen an Energie und Rohstoffen.

Das Kapital heuchelt Sorge um die Umwelt, und wir fallen auf dieses Greenwashing herein. Die von der UNO propagierten und von Großkonzernen unterstützten SDGs (Ziele für nachhaltige Entwicklung) werden den Klimawandel nicht stoppen. Sie dienen vor allem dazu, die Dringlichkeit der Katastrophe zu verschleiern.

Die bequeme „Macht ihr mal“-Haltung spielt nur den Superreichen in die Hände. Wenn wir eine bessere Zukunft wollen, müssen wir aufstehen und handeln. Doch dafür brauchen wir die richtige Strategie. Wir müssen die Wurzel des Übels anpacken: den Kapitalismus. Seine Dynamik begann zeitgleich mit der industriellen Revolution und treibt den CO2-Ausstoß seitdem unaufhaltsam in die Höhe. Das Buch Systemsturz analysiert genau diese fatale Verflechtung von Kapital, Gesellschaft und Natur.