Konzerne als Retter, oder wie man Flüchtlinge produziert

Die Deutsche Entwicklungshilfe schafft zusammen mit Konzernen den Hunger in der Welt ab. Der einzige Hunger, der gestillt wird ist allerdings der Hunger nach Reichtum und Profit. 

Entwicklungshilfe ist selten oder nie eine Hilfe für die Armen, sondern diese dient in der Regel dazu  Profit zu machen. So will man beispielsweise Landwirtschaft nach deutschem Vorbild in Afrika etablieren.  Allerdings ist Afrika nicht Deutschland und hat ganz andere Probleme. Aber das ist ja egal, solange man reiche Bauern findet die in der Lage sind jedes Jahr neues Saatgut zu kaufen und die dazugehörigen Pestizide und Düngemittel. Ein Politiker erklärt dem dummen Zuschauer, dass diese Kosten Betriebsmittel sind und wenn ein Kleinbauer sich diese nicht leisten kann, kann er eben keine Landwirtschaft betreiben. So einfach ist das.

Also werden Kleinbauern nicht unterstützt und genau wie in Deutschland werden  die Böden verseucht. Der Hunger wird auch nicht bekämpft, wenn die Kartoffeln in deutschen Chipstüten landen.

Große Konzerne hingegen werden unterstützt, die Land bewirtschaften, welches sie Kleinbauern abgeluchst oder gestohlen haben. Es gibt in den Ländern kein Katasteramt, aber es gibt so etwas wie gesetzlich verankertes Gewohnheitsrecht. Mit ein paar Manipulationen kann man sich hierüber hinwegsetzen, wenn man den nötigen Einfluss hat. Den Einheimischen werden Versprechungen, in Form von Krankenhäuser und Schulen gemacht , die nicht eingehalten werden. Stattdessen werden große Zäune um das Firmengelände gebaut, so dass die Einheimischen riesige Umwege in Kauf nehmen müssen. Arbeitsplätze werden auch kaum geschaffen, da die Betriebe voll automatisiert sind.

Diese Firmen zahlen noch nicht einmal Steuern in den Ländern Afrikas, sondern haben ihre Firmensitze in Steueroasen. Auch das Anlegermodell für Aktionäre ist sehr interessant, denn die Verluste zahlt der deutsche Steuerzahler und die Profite erhält der Aktionär.

Sehr aufschlussreich sind die arroganten Kommentare der verantwortlichen Politiker und Banker. Das hat schon was von Kolonialismus. Die Meinungen von Oxfam– Mitarbeitern, die sich seit Jahren mit der Problematik beschäftigen und etwas davon verstehen, werden lapidar abgetan. „Die haben ihre Meinung wir haben unsere.“

Mein Favorit in dieser Doku ist ein deutscher Geschäftsmann, der nach Nairobi Pizzen einer bekannten, deutschen Tiefkühlmarke importiert und diese an die wohlhabenden Nairobianer verkauft. Die Pizzen werden nicht in Afrika hergestellt sondern kommen direkt aus Deutschland und haben in Nairobi einen mehr als doppelt so hohen Verkaufspreis. Nach dieser Doku hat sich die Firma von dieser Vermarktung zurückgezogen. Es war wohl doch ein bisschen rufschädigend. Der deutsche Markt hat da wohl Priorität.