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Werde Teil der 3,5 Prozent | Schlusswort
Wenn wir stur versuchen, das sterbende System des Kapitalismus künstlich am Leben zu erhalten, ist unser Rückfall in die Barbarei angesichts des kommenden Klimachaos beschlossene Sache. Und obwohl die Analysen glasklar auf dem Tisch liegen, stecken die meisten von uns so tief im kapitalistischen Sumpf fest, dass uns ein Leben außerhalb der Verwertungslogik unvorstellbar erscheint. Viele Menschen stimmen den Ideen dieses Buches zu – und stehen am Ende dennoch ratlos da. Wie soll man sich auch allein gegen die einflussreichsten ein Prozent der Superreichen dieser Erde behaupten?
Die Antwort darauf ist so überraschend wie Mut machend. Eine berühmte Studie der Harvard-Politologin Erica Chenoweth zeigt: Es braucht nur 3,5 Prozent der Bevölkerung, die gewaltlos, aber absolut entschlossen aufbegehren, um ein ganzes politisches System zu stürzen und einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbruch zu erzwingen.
Jede große historische Veränderung fing mit einer verschwindend kleinen Gruppe an:
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Die People Power Revolution stürzte 1986 die Marcos-Diktatur auf den Philippinen.
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Die Rosenrevolution zwang 2003 die autoritäre Regierung in Georgien zum Rücktritt.
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Die Occupy-Wall-Street-Proteste, die Platzbesetzungen in Barcelona oder ein einzelnes Mädchen namens Greta Thunberg, das sich mit einem Pappschild vor das schwedische Parlament setzte.
Aus anfänglich wenigen Menschen wurden Tausende, dann Hunderttausende. Sie erreichten Millionen über die Medien und veränderten schließlich das Wahlverhalten und das Bewusstsein ganzer Nationen. Plötzlich verloren die etablierten Politiker ihre Scheu und der Weg für radikale Veränderungen war frei.
Unter diesem Gesichtspunkt schrumpft das gigantische Problem auf eine machbare Aufgabe: Wir müssen weltweit diese 3,5 Prozent der Menschen gewinnen, die sich ohne Wenn und Aber für Klimagerechtigkeit und eine Degrowth-Wirtschaft engagieren.
Es kommt jetzt auf jede und jeden Einzelnen an, die der Ungleichheit und der Zerstörung nicht mehr tatenlos zusehen wollen – völlig egal, an welchem Hebel du ansetzt:
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Werde in deiner Kommune aktiv oder engagiere dich in einer Umwelt-NGO.
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Gründe eine lokale Solargenossenschaft oder ein bürgerverwaltetes Energieunternehmen.
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Setz dich in deinem Betrieb oder deiner Gewerkschaft für eine Demokratisierung der Produktion und eine radikale Arbeitszeitverkürzung ein.
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Sammle Unterschriften für die Ausrufung des Klimanotstands in deiner Stadt oder für eine gerechte Besteuerung der Superreichen.
Die Aufgabe des Systemwandels ist gewaltig. Aber die eigene Kleinheit darf ab heute keine Ausrede mehr für Passivität sein. Die Zukunft unseres Planeten hängt ganz konkret davon ab, ob du dich entscheidest, zu diesen 3,5 Prozent zu gehören.