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Keimzellen des Wandels

Von Detroit bis Kopenhagen

Das beste Beispiel für diesen Wandel von unten ist Detroit. Einst das stolze globale Zentrum der amerikanischen Automobilindustrie, wurde die Stadt nach dem Niedergang der Werksschließungen vom Kapitalismus einfach weggeworfen. Die Menschen zogen massenhaft weg, ganze Viertel verfielen, die Kriminalität stieg drastisch. Aber die verbliebenen Bewohner gaben nicht auf.

Weil der Boden durch den Leerstand extrem billig war, nutzten die Menschen die Flächen für etwas völlig Neues: Urbane Landwirtschaft (Urban Farming). Arbeiterkooperativen und Freiwillige belebten die Geisterstadt durch ökologischen Anbau wieder. Sie bauten ein engmaschiges, lokales Netzwerk auf, belieferten lokale Märkte und Restaurants und sicherten die eigene Versorgung. Die Vegetation kehrte zurück – und mit ihr die soziale Sicherheit. Die Kriminalitätsrate sank spürbar, weil Menschen in einer entfremdeten Umgebung plötzlich wieder eine echte Community und eine gemeinsame Aufgabe fanden.

Solche Kooperativen poppen weltweit immer häufiger auf:

Diese Bewegungen verändern das Bewusstsein der Menschen fundamental. Sie heilen die lähmende Fantasiearmut unserer Zeit. Plötzlich stellt man sich radikale Fragen: Was wäre, wenn Detroit seine Lebensmittel komplett selbst produziert? Was wäre, wenn unsere Innenstädte komplett autofrei wären?

Unser Gehirn ist darauf konditioniert, die bestehende kapitalistische Ordnung als alternativlos zu akzeptieren. Solche realen, praktischen Initiativen wecken die Fantasie und schenken uns die Hoffnung zurück, dass wir der Herrschaft des Kapitals tatsächlich etwas entgegensetzen können.