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Der Technik-Mythos des Ökomodernismus
Vollautomatisierter Luxuskommunismus? Warum Tech-Utopien eine Sackgasse sind
Kommunismus gibt es in vielen Formen. Eine Strömung, die derzeit besonders im Netz viel Aufmerksamkeit erfährt, ist der sogenannte Akzelerationismus. Seine Vertreter fordern kein Zurückschrauben, sondern ein durch Technologie beschleunigtes, nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Der Journalist Aaron Bastani hat dafür den Begriff des „vollautomatisierten Luxuskommunismus“ geprägt.
Die These des Ökomodernismus klingt bestechend einfach: Eine Reihe modernster Technologien wird die Probleme des Klimawandels und der Umweltzerstörung im Alleingang lösen. Wir müssen lediglich:
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Fleisch synthetisch in Fabriken herstellen,
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die globale Energieversorgung komplett auf Sonne und Wind umstellen,
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und die ungeliebte Arbeit vollständig an Roboter überlassen.
Bastani beruft sich hierbei auf das Moorsche Gesetz und argumentiert, dass die Entwicklung dieser Technologien exponentiell zunimmt. Der politische Weg dorthin soll über eine populäre, vom Volk gewählte Partei führen. Liegt diese an der Macht, überlässt man die konkrete Umsetzung einfach den Experten. Da Ressourcen wie Sonne und Luft unbegrenzt und kostenlos zur Verfügung stehen, führe dieses System zwangsläufig zu absolutem Überfluss und Wohlstand für alle.
Die Realitätsflucht der Tech-Gläubigen
Dieser Ökomodernismus ist eine gefährliche Realitätsflucht. Unbegrenztes grünes Wirtschaftswachstum und ökologische Nachhaltigkeit können nicht nebeneinander existieren – das gilt auch im Kommunismus.
Zudem stößt eine rein auf Wahlerfolgen basierende Politik extrem schnell an ihre Grenzen, sobald sie mit der realen Macht des Kapitals konfrontiert wird. Die Politik existiert schließlich nicht unabhängig von der Wirtschaft. Dass sich dieser Ökomodernismus dennoch so großer Beliebtheit erfreut, hat einen einfachen Grund: Er ist psychologisch unheimlich bequem. Er erlaubt es uns, die Dinge einfach weiterlaufen zu lassen und die Verantwortung an Fachleute abzutreten, ohne die eigene Lebensweise zu hinterfragen.