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Der wahre Preis des E-Autos
Blut, Schlamm und Lithium: Die blinden Flecken der sauberen Energiewende
Das Elektroauto gilt als das Vorzeigeobjekt des Klima-Keynesianismus. Der Staat subventioniert den Umstieg, die Autokonzerne jubeln über neue Märkte. Doch die vermeintlich saubere Technologie funktioniert nur durch den brutalen Raubbau in der Peripherie des globalen Südens.
Das Herzstück jedes E-Autos ist die Lithium-Ionen-Batterie. Ihre Herstellung erfordert Rohstoffe, die unter menschenverachtenden Bedingungen gefördert werden:
Lithium: Wasserdiebstahl in Südamerika
Die weltweit größten Vorkommen liegen in der Atacama-Salzwüste in Chile und Argentinien. Um an das begehrte Metall zu gelangen, wird das lithiumhaltige Grundwasser aus den Tiefen der Erde an die Oberfläche gepumpt, damit das Wasser in riesigen Becken verdunstet. Eine einzige Betreiberfirma pumpt dort 1.700 Liter Grundwasser pro Sekunde ab. Die Folge: Der Grundwasserspiegel sinkt dramatisch, Flüsse trocknen aus und dem Ökosystem sowie der indigenen Bevölkerung wird die Lebensgrundlage entzogen.
Kobalt: Moderne Sklaverei im Kongo
Über 60 Prozent des globalen Kobalts werden in der Demokratischen Republik Kongo abgebaut. Während Tech-Konzerne wie Tesla, Apple und Microsoft glänzende Nachhaltigkeitsberichte vorlegen, sieht die Realität im Süden des Kongos so aus:
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Kinderarbeit & Sklaverei: Tausende Menschen schürfen in informellen Minen unter sklavenähnlichen Bedingungen.
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Primitivste Werkzeuge: Der Abbau erfolgt oft von Hand mit Hammer und Meißel, ganz ohne Sicherheitsausrüstung oder Absicherung der Stollen.
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Lebensgefahr für einen Hungerlohn: Arbeiter verbringen oft 24 Stunden am Stück unter Tage in giftiger, staubiger Luft. Die Folge sind schwere Atemwegs-, Herz- und Nervenerkrankungen. Bei den regelmäßigen Einstürzen der illegalen Tunnel werden die Minenarbeiter lebendig begraben. Der Tageslohn beträgt oft gerade einmal 1 Dollar.
Der globale Ressourcen-Kollaps
Die Wende hin zu E-Autos, Windkraftanlagen und Digitalisierung treibt auch den Hunger nach Kupfer, Eisen und Aluminium in astronomische Höhen. Der weltweite Gesamtverbrauch an Ressourcen (Mineralien, Erze, fossile Brennstoffe und Biomasse) zeigt das unaufhaltsame Scheitern jeder Entkopplung:
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1970: 26,7 Milliarden Tonnen pro Jahr
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2017: über 100 Milliarden Tonnen pro Jahr
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2050 (Erwartung): 180 Milliarden Tonnen pro Jahr
Bis 2040 soll die Zahl der E-Autos weltweit von 2 Millionen auf 200 Millionen ansteigen. Doch Modellrechnungen zeigen, dass dies die globalen CO2-Emissionen gerade einmal um 1 Prozent reduziert, wenn das Gesamtsystem weiter wächst.
Der Weg in den Abgrund ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Es ist absolut notwendig, aus den fossilen Energien auszusteigen und auf erneuerbare Technologien umzuschwenken. Aber es ist ein fataler Fehler, die Zukunft den profitgetriebenen „Techno-Optimisten“ zu überlassen. Große staatliche Investitionen, Solaranlagen auf Sozialwohnungen und ein kostenloser öffentlicher Nahverkehr sind Pflicht – doch das eigentliche Ziel darf nicht die Rettung des Wirtschaftswachstums sein. Ein echter, wirksamer Green New Deal muss das genaue Gegenteil bezwecken: die gezielte Verkleinerung und radikale Entschleunigung unserer Wirtschaft.