Facebook

In der Mediathek vom ARD befindet sich eine sehenswerte Dokumentation über Facebook. 
„Facebook außer Kontrolle“

Ich habe noch nie verstanden, warum Facebook so einen Erfolg hatte. Als es an den Start ging war Facebook auch nur ein soziales Netzwerk unter vielen. Im deutschsprachigen Raum waren Netzwerke wie „StudiVZ“ oder „Wer kennt wen“ schon sehr erfolgreich. Facebook unterschied sich von diesen Netzwerken nur dadurch, dass es sich elitär gab. Zu Beginn konnten sich nur Studenten der Harvard Universität und später auch anderer Universitäten dort anmelden. Danach konnte man sich nur anmelden, wenn man von einem Facebook User eingeladen wurde. Mich hat so ein elitäres Verhalten schon zu Beginn abgeschreckt.  Facebook tut zwar so als wollten sie alles vernetzen, aber eigentlich ist es immer noch ein elitärer Verein, weil die Inhalte von Facebook nur denen zugänglich sind, die sich bei Facebook anmelden. 

Ich weiß selbstverständlich, dass ein soziales Netzwerk etwas anderes ist als eine Internetpräsenz im ursprünglichen Sinne aber ich habe den Eindruck, dass viele Vereine, Interessegruppen oder Firmen sich dieser Tatsache nicht bewußt sind. Sie basteln sich bei Facebook einen Webpage, da das ohne HTML Kenntnisse möglich ist und realisieren nicht, dass ihre Inhalte nur denen zugänglich sind, die auch bei Facebook angemeldet sind. So entsteht eine Art Gruppenzwang und das begründet auch den Erfolg von Facebook. 

Wenn Facebook  seine Botschaft, die Menschen miteinander zu vernetzen, ernst nehmen würde, hätten sie mittlerweile den Usern die Möglichkeit eingeräumt, bestimmte Inhalte auch im gesamten Web zu veröffentlichen. Das widerspräche dann  allerdings dem wirklichen Firmeninteresse von Facebook, nämlich alle Menschen als Facebook User zu vereinnahmen, um mit den Daten Profit zu machen und Macht zu gewinnen ohne Verantwortung zu übernehmen. Was für Auswüchse das annehmen kann, zeigt unter anderem der  Skandal um Cambridge Analytica. 

Der Slogan von Facebook sagt eigentlich alles: „Move fast and break things„. Wie dämlich ist das denn?  Im Klartext heißt das: Durch schnell und unbedachtes Handeln etwas zerstören, vornehmlich moralische Werte wie Rücksicht, Respekt, Mitgefühl. Man könnte auch sagen: Schnell Kohle machen ohne Rücksicht auf Verluste.